Steu­er­li­che Vor­tei­le eines Kredits

Kön­nen Kre­di­te steu­er­lich abge­setzt wer­den? Die meis­ten pri­va­ten Ver­brau­cher nut­zen eben­so Kre­di­te für beson­de­res Anschaf­fun­gen oder sogar Rei­sen wie auch die Mehr­heit der Fir­men Kre­di­te als Fremd­fi­nan­zie­rung für die wirt­schaft­li­che Tätig­keit auf­neh­men. Somit ist es ver­ständ­lich, dass bei bei­den Grup­pen die Fra­ge auf­kommt, inwie­weit eine Kre­dit­auf­nah­me auch Vor­tei­le in steu­er­li­cher Hin­sicht mit sich bringt. Hier gibt es natür­lich unter­schied­li­che Vor­aus­set­zun­gen, damit Kre­di­te auch Vor­tei­le bei der Steu­er­last bringen.

Steu­er­li­che Vor­tei­le eines Kredits

Art des Kre­dits schon entscheidend

Ob ein Kre­dit Vor­tei­le bei der Steu­er bringt, hängt unter ande­rem schon von sei­ner Art ab. Grund­sätz­lich sind alle Kre­di­te, die aus­schließ­lich dem pri­va­ten Kon­sum die­nen, nicht steu­er­lich gel­tend zu machen. Also jeder Kre­dit, der zur Finan­zie­rung eines Fern­se­hers oder einer Urlaubs­rei­se dient oder für sons­ti­ge aus­schließ­lich pri­va­te Anschaf­fun­gen, kann nicht als steu­er­min­dernd hin­sicht­lich der Zins­last etc. gel­tend gemacht wer­den. Dage­gen kann jeder Kre­dit, der der eige­nen Erwerbs­tä­tig­keit dient, die­se also för­dert, unter Umstän­den steu­er­li­che Vor­tei­le brin­gen. In dem Fall kön­nen die Zin­sen zum Bei­spiel von der Steu­er­last abge­zo­gen wer­den. Bei den Kre­di­ten, die als Fremd­ka­pi­tal der Finan­zie­rung der Betriebs­tä­tig­keit die­nen, gibt es auch unter­schied­li­che For­men. Es gibt den Betriebs­mit­tel­kre­dit, der das Umlauf­ver­mö­gen bis zur Pro­duk­ti­on und dem Ver­kauf der Waren sicher­stel­len soll. Die­ser ist eine ech­te Fremd­fi­nan­zie­rung für den gewerb­li­chen Zweck und kann bezüg­lich der Kre­dit­kos­ten wie Zin­sen und Gebüh­ren gegen­über der Steu­er­be­hör­de gel­tend gemacht wer­den. Das gilt auch für alle Kre­di­te, die als ech­te Fremd­fi­nan­zie­rung durch Sicher­hei­ten besi­chert wer­den. Ein Son­der­fall ist das soge­nann­te Mez­za­ni­ne-Kapi­tal. Hier­bei han­delt es sich um eine Misch­form aus Eigen­ka­pi­tal und Fremd­ka­pi­tal bzw. ech­ter Fremd­fi­nan­zie­rung. Alle Ver­gü­tun­gen, die man für den Erhalt die­ser Finan­zie­rungs­mit­tel leis­ten muss­te, kön­nen die Bemes­sungs­wer­te bei der Ein­kom­men­steu­er und Kör­per­schafts­steu­er ver­rin­gern. Inso­fern bringt die­ses Kapi­tal also ech­te Vor­tei­le bei der Steuer.

Kein Kon­sum – aber alle Kre­di­te für För­de­rung Erwerbstätigkeit

Kon­su­men­ten­kre­di­te kön­ne bezüg­lich der Zin­sen nicht von der Steu­er abge­setzt wer­den. Aber alle Kre­di­te, die der För­de­rung der wirt­schaft­li­chen Tätig­keit oder Erwerbs­tä­tig­keit die­nen, schon. Das gilt zum Bei­spiel auch für die Zweit­woh­nung und deren Kre­dit­fi­nan­zie­rung, wenn man die an einem Arbeits­ort braucht und sonst pen­deln müss­te. Oder der Dienst­wa­gen, der haupt­säch­lich nur gewerb­lich genutzt wird, kann steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den, wenn er durch Kre­di­te finan­ziert wird (zumin­dest mit­tel­bar über die Zin­sen). Auch alle Kos­ten für das Büro, die auf Kre­dit finan­ziert wer­den, kön­nen mit den Zin­sen gegen­über der Steu­er gel­tend gemacht wer­den. Grund­sätz­lich muss man aber genau bele­gen, dass eine Anschaf­fung auf Kre­dit ganz sicher nur der Erwerbs­tä­tig­keit dient und nicht doch dem pri­va­ten Kon­sum. Zumin­dest muss auch mehr­heit­lich die Nut­zung zum Bei­spiel eines Autos gewerb­li­cher Natur sein. Unter Umstän­den kön­nen die Zin­sen zur Finan­zie­rung auch nur teil­wei­se gel­tend gemacht wer­den. In jedem Fall muss der Steu­er­pflich­ti­ge damit rech­nen, dass er den Zweck des Kre­di­tes dem Finanz­amt auch im Detail nach­wei­sen muss und die­ses genau prüft.