Com­pu­tern, Note­books und Pro­gram­men – und die Nutzungsdauer

Die Finanz­ver­wal­tung ändert ihre Auf­fas­sung zur Nut­zungs­dau­er von Com­pu­tern und Soft­ware. Die bis­her in der AfA-Tabel­le für all­ge­mei­ne Anla­ge­gü­ter ent­hal­te­ne Nut­zungs­dau­er für Com­pu­ter wird von drei Jah­ren auf nur noch ein Jahr herabgesetzt.

Com­pu­tern, Note­books und Pro­gram­men – und die Nutzungsdauer

Den Kern­be­reich der Digi­ta­li­sie­rung bil­den die Com­pu­ter­hard­ware (ein­schließ­lich der dazu gehö­ren­den Peri­phe­rie­ge­rä­te) sowie die für die Daten­ein­ga­be und ‑ver­ar­bei­tung erfor­der­li­che Betriebs- und Anwen­der­soft­ware. Die­se Wirt­schafts­gü­ter unter­lie­gen auf­grund des raschen tech­ni­schen Fort­schritts einem immer schnel­le­ren Wan­del. Die betriebs­ge­wöhn­li­che Nut­zungs­dau­er, die der Abschrei­bung nach § 7 EStG zugrun­de zu legen ist, wur­de für die­se Wirt­schafts­gü­ter aller­dings seit rund 20 Jah­ren nicht mehr geprüft und bedarf des­halb einer Anpas­sung an die geän­der­ten tat­säch­li­chen Verhältnisse.

Die Finanz­ver­wal­tung geht daher nun­mehr von fol­gen­den Grund­sät­zen aus:

Für die nach § 7 Absatz 1 EStG anzu­set­zen­de Nut­zungs­dau­er kann für Com­pu­ter­hard­ware sowie Betriebs- und Anwen­der­soft­ware eine betriebs­ge­wöhn­li­che Nut­zungs­dau­er von einem Jahr zugrun­de gelegt werden.

Der Begriff „Com­pu­ter­hard­ware“ umfasst Com­pu­ter, Desk­top-Com­pu­ter, Note­book­Com­pu­ter, Desk­top-Thin-Cli­ents, Work­sta­tions, Docking­sta­ti­ons, exter­ne Spei­cher- und Daten­ver­ar­bei­tungs­ge­rä­te (Small-Sca­le-Ser­ver), exter­ne Netz­tei­le sowie Peri­phe­rie­ge­rä­te. Der Begriff „Soft­ware“ im Sin­ne die­ses Schrei­bens erfasst die Betriebs- und Anwen­der­soft­ware zur Daten­ein­ga­be und ‑ver­ar­bei­tung. Dazu gehö­ren auch die nicht tech­nisch phy­si­ka­li­schen Anwen­dungs­pro­gram­me eines Sys­tems zur Daten­ver­ar­bei­tung, sowie neben Stan­dard­an­wen­dun­gen auch auf den indi­vi­du­el­len Nut­zer abge­stimm­te Anwen­dun­gen wie ERP-Soft­ware, Soft­ware für Waren­wirt­schafts­sys­te­me oder sons­ti­ge Anwen­dungs­soft­ware zur Unter­neh­mens­ver­wal­tung oder Prozesssteuerung.

Die Rege­lung fin­det erst­mals Anwen­dung in Gewinn­ermitt­lun­gen für Wirt­schafts­jah­re, die nach dem 31. Dezem­ber 2020 enden, im Regel­fall also ab dem Jahr 2021. In Gewinn­ermitt­lun­gen nach dem 31. Dezem­ber 2020 kön­nen die Grund­sät­ze die­ses Schrei­bens auch auf ent­spre­chen­de Wirt­schafts­gü­ter ange­wandt wer­den, die in frü­he­ren Wirt­schafts­jah­ren ange­schafft oder her­ge­stellt wur­den und bei denen eine ande­re als die ein­jäh­ri­ge Nut­zungs­dau­er zugrun­de gelegt wur­de; lau­fen­de Abschrei­bun­gen kön­nen also ent­spre­chend ange­passt werden.

Für Wirt­schafts­gü­ter des Pri­vat­ver­mö­gens, die zur Ein­künf­te­er­zie­lung ver­wen­det wer­den, also etwa für das ween des Home­of­fices ange­schaff­te Note­book, gilt die­se Rege­lung ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2021 entsprechend.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen – Schrei­ben vom 26. Febru­ar 2021 – IV C 3 – S 2190/21/10002:013