Anfech­tungs­kla­ge, Ver­pflich­tungs­kla­ge – und der Gewinnfeststellungsbescheid

Eine Anfechtungs-(Verpflichtungs-)kla­ge ist nur zuläs­sig, wenn die Klä­ge­rin gel­tend macht, durch den (jewei­li­gen) Ver­wal­tungs­akt in ihren Rech­ten ver­letzt zu sein (§ 40 Abs. 2 FGO). Die Vor­aus­set­zun­gen die­ser Vor­schrift sind erfüllt, wenn das Kla­ge­vor­brin­gen es als zumin­dest mög­lich erschei­nen lässt, dass die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung eige­ne Rech­te der Klä­ge­rin ver­letzt [1].

Anfech­tungs­kla­ge, Ver­pflich­tungs­kla­ge – und der Gewinnfeststellungsbescheid

Bei Gewinn­fest­stel­lungs­be­schei­den ergibt sich die Beschwer regel­mä­ßig aus den selb­stän­dig anfecht­ba­ren Fest­stel­lun­gen. Begehrt der Rechts­be­helfs­füh­rer die Erhö­hung einer den (Gesamt-)Gewinn betref­fen­den Fest­stel­lung (z.B. des lau­fen­den Gesamt­hands­ge­winns), wird es regel­mä­ßig an der Beschwer fehlen.

Abwei­chen­des wird man aus­nahms­wei­se dann anneh­men müs­sen, wenn sich die zu nied­ri­ge Fest­stel­lung nach­tei­lig auf ande­re Fest­stel­lun­gen aus­wirkt, z.B. auf sol­che ande­rer (vor­an­ge­gan­ge­ner oder nach­fol­gen­der) Fest­stel­lungs­zeit­räu­me [2].

Dane­ben exis­tie­ren aber auch Fest­stel­lun­gen, die unab­hän­gig von ihrer Gewinn­aus­wir­kung eine Beschwer begrün­den kön­nen [3]. Zu die­sen Fest­stel­lun­gen gehört auch die Fra­ge, ob die Vor­aus­set­zun­gen für eine pau­scha­le Gewinn­ermitt­lung nach § 5a Abs. 1 EStG vor­lie­gen [4].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Juli 2020 – IV R 3/​18

  1. z.B. BFH, Urteil vom 07.02.2013 – IV R 33/​12, Rz 14, m.w.N.[]
  2. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 27.08.2008 – I B 221/​07, BFH/​NV 2008, 2037, unter II.; vom 25.04.2018 – VI R 64/​15, Rz 20, m.w.N.[]
  3. z.B. BFH, Beschluss vom 16.10.2012 – VIII B 42/​12, Rz 2, zum Bestehen einer Mit­un­ter­neh­mer­schaft; BFH, Urteil vom 08.06.2017 – IV R 30/​14, BFHE 258, 403, BStBl II 2017, 1061, Rz 24, zur Ein­kunfts­art[]
  4. BFH, Urteil in BFHE 257, 413, Rz 26[]