Die Anforderungen zur Leistungsbeschreibung an eine nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG zum Vorsteuerabzug berechtigende Rechnung (§ 14 UStG) ergeben sich aus der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. Danach muss ein zum Vorsteuerabzug berechtigendes Papier, mit dem gemäß § 14 des Umsatzsteuergesetzes 1999 i.d.F. des Streitjahres 2001 (UStG) über eine Lieferung oder sonstige Leistung abgerechnet werden soll, Angaben tatsächlicher Art enthalten, welche die Identifizierung der abgerechneten Leistung ermöglicht. Hierbei muss der Aufwand zur Identifizierung der Leistung dahingehend begrenzt sein, dass die Rechnungsangaben eine eindeutige und leicht nachprüfbare Feststellung der abgerechneten Leistung ermöglichen.

Dies setzt voraus, dass entweder der Rechnungstext selbst eine hinreichende Leistungsbeschreibung in dem Abrechnungspapier enthält oder eine Bezugnahme auf andere, eindeutig gekennzeichnete Unterlagen erfolgt[1].
Im vorliegend vom Bundesfinanzhof entschiedenen Streitfall richtete sich der Vorsteuerabzug nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 14 Abs. 4 UStG. Danach konnte der Unternehmer die in Rechnungen i.S. des § 14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer als Vorsteuer abziehen. Als Rechnung definierte § 14 Abs. 4 UStG jede Urkunde, mit der ein Unternehmer oder in seinem Auftrag ein Dritter über eine Lieferung oder sonstige Leistung gegenüber einem Leistungsempfänger abrechnet, gleichgültig, wie diese Urkunde im Geschäftsverkehr bezeichnet wird. Zur Umsetzung der Rechnungsrichtlinie 2001/115/EG des Rates vom 20.12 2001 durch das Steueränderungsgesetz 2003[2] ist § 14 UStG jedoch mit Wirkung ab 1.01.2004 neu gefasst worden. Die Anforderungen an die Leistungsbeschreibung einer Rechnung regelt § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 5 UStG seitdem dahingehend, dass „die Menge und die Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung“ anzugeben sind.
Ob die Angaben zur Leistung in einer Rechnung eine hinreichende Leistungsbeschreibung im Sinne der o.g. BFH-Grundsätze darstellen, ist anhand der Umstände des Einzelfalles zu entscheiden[3]. Die Würdigung der Einzelfallumstände ist aber nicht grundsätzlich bedeutsam[4].
Bundesfinanzhof, Beschluss vom 1. April 2014 – V B 45/13
- vgl. BFH, Urteile vom 28.08.2013 – XI R 4/11, BFHE 243, 41, Rz 54; vom 15.05.2012 – XI R 32/10, BFH/NV 2012, 1836, Rz 37 ff.; vom 29.08.2012 – XI R 40/10, BFH/NV 2013, 182, Rz 31, sowie BFH, Urteile vom 24.09.1987 – V R 50/85, BFHE 153, 65, BStBl II 1988, 688; vom 24.09.1987 – V R 125/86, BFHE 153, 77, BStBl II 1988, 694; vom 10.11.1994 – V R 45/93, BFHE 176, 472, BStBl II 1995, 395; vom 01.08.1996 – V R 9/96, BFH/NV 1997, 381; vom 12.12 1996 – V R 16/96, BFH/NV 1997, 717; BFH, Beschlüsse vom 09.11.1998 – V B 55/98, BFH/NV 1999, 683; vom 18.05.2000 – V B 178/99, BFH/NV 2000, 1504; vom 26.03.2004 – V B 170/03, BFH/NV 2004, 1121[↩]
- BGBl II 2003, 2645[↩]
- vgl. BFH, Beschlüsse vom 06.07.2010 – XI B 91/09, BFH/NV 2010, 2138; vom 31.01.2005 – VIII B 18/02, BFH/NV 2005, 1212; BFH, Urteile vom 19.12 2006 – VI R 59/02, BFH/NV 2007, 866; und vom 20.11.2008 – III R 107/06, BFH/NV 2009, 545[↩]
- vgl. BFH, Beschlüsse vom 23.12 2009 – IX B 72/09, BFH/NV 2010, 932; vom 22.03.2011 – X B 151/10, BFH/NV 2011, 1165[↩]




