Tabak­steu­er­hin­ter­zie­hung – Sicher­stel­lung und Ein­zie­hung

Für die Hin­ter­zie­hung von Tabak­steu­er hat der Bun­des­ge­richts­hof in sei­ner jün­ge­ren Recht­spre­chung dar­auf abge­stellt, dass ein unmit­tel­bar mess­ba­rer wirt­schaft­li­cher Vor­teil nur gege­ben ist, soweit sich die Steu­er­erspar­nis im Ver­mö­gen des Täters dadurch nie­der­schlägt, dass er aus den Tabak­wa­ren einen Ver­mö­gens­zu­wachs erzielt [1].

Tabak­steu­er­hin­ter­zie­hung – Sicher­stel­lung und Ein­zie­hung

Hin­ter­grund ist die bei Ver­brauch­steu­ern bestehen­de Kor­re­la­ti­on zwi­schen dem Besitz und dem Inver­kehr­brin­gen der Ware sowie der Steu­er. Denn Ver­brauch­steu­ern wer­den auf (ver­brauch­steu­er­pflich­ti­ge) Waren erho­ben, die im Steuer­ge­biet in den Wirt­schafts­kreis­lauf tre­ten und ver- oder gebraucht wer­den.

Die Annah­me eines Ver­mö­gens­zu­wach­ses setzt vor­aus, dass der Täter eine wirt­schaft­li­che Zugriffs- oder Ver­wer­tungs­mög­lich­keit hin­sicht­lich die­ser Waren hat, über die­se also wirt­schaft­lich (mit-)verfügen kann.

Dies ist nicht der Fall, wenn er die Ver­fü­gungs­mög­lich­keit zwar zunächst hat, die­se jedoch durch die Sicher­stel­lung der Ziga­ret­ten wie­der ver­liert. Denn auf­grund der Sicher­stel­lung ist ein (wei­te­res) Inver­kehr­brin­gen und eine wirt­schaft­li­che Ver­wer­tung der – der Steu­er unter­lie­gen­den – Waren, auf das für die Ver­brauch- bzw. Waren­steu­ern als Ent­ste­hungs­tat­be­stand all­ge­mein abge­stellt wird, aus­ge­schlos­sen [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Juli 2020 – 1 StR 78/​20

  1. vgl. BGH, Urteil vom 11.07.2019 – 1 StR 620/​18 Rn.20, BGHSt 64, 146; Beschluss vom 31.03.2020 – 1 StR 403/​19 Rn. 12 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 22.10.2019 – 1 StR 199/​19 Rn. 10 ff.; und vom 31.03.2020 – 1 StR 403/​19 Rn. 13[]