Steuerfalle Tagesgeldkonto: Erträge auch in der Niedrigzinsphase richtig behandeln

Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat dazu geführt, dass für Guthaben auf Tagesgeldkonten kaum mehr Zinsen gezahlt werden. Lediglich einige wenige Banken (vor allem aus europäischen Nachbarländern) bieten derzeit noch Konditionen, die einen gewissen Gewinn abwerfen. Gleichwohl müssen Zinserträge aus Tagesgeldkonten auch in geringer Höhe steuerlich korrekt behandelt werden. Wer hier unachtsam vorgeht oder die gesetzlichen Möglichkeiten nicht kennt, schmälert seine Einnahmen andernfalls noch mehr. Es ist daher sehr wichtig, sich einmal etwas näher mit dem Thema Tagesgeldkonto zu beschäftigen und einen Blick auf die steuerlichen Aspekte zu werfen.

Steuerfalle Tagesgeldkonto: Erträge auch in der Niedrigzinsphase richtig behandeln

Täglich verfügbares Guthaben

Der größte Vorteil eines Tagesgeldkontos liegt in der täglichen Verfügbarkeit des Guthabens. Anders als beim klassischen Sparbuch oder einem Festgeldkonto sind Ein- oder Auszahlungen jederzeit möglich und bei Bedarf kann über den Gesamtbetrag verfügt werden, ohne dass eine besondere Kündigung oder Voranmeldung nötig ist. Zwar lassen sich keine Überweisungen auf Konten Dritter vornehmen, Lastschriften einlösen oder Schecks gutschreiben, als Ergänzung zum meist vollkommen zinslosen Girokonto sind Tagesgeldkonten jedoch in vielen Fällen eine sinnvolle Alternative. Da die meisten Anbieter ihre Tagesgeldkonten mit einer Online-Banking-Funktion versehen, können Umbuchungen zudem schnell und einfach erledigt werden. So ist gerade nicht benötigtes Geld im Handumdrehen auf das Tagesgeldkonto überwiesen, wo es Zinsen abwirft. Diese werden dann meist zum Ablauf des jeweiligen Quartals gutgeschrieben. Einige Banken bieten auch eine monatliche Zinsgutschrift an oder zahlen den erwirtschafteten Betrag am Ende des Jahres aus.

Besonderheiten in der Niedrigzinsphase

Angesichts der momentanen Phase mit sehr niedrigen Zinsen taucht früher oder später zwangsläufig die Frage auf, ob sich Tagesgeldkonten überhaupt noch lohnen. Schließlich macht ein Zinssatz von beispielsweise 0,05 % bei einem Guthaben von 75.000 € im Jahr gerade einmal eine Summe von 38 € aus. Wer so denkt, vergisst jedoch die Tatsache, dass die meisten Banken und Sparkassen mittlerweile Strafzinsen (sogenannte „Verwahrentgelte“) von aktuell rund 0,5 % verlangen, wenn sich auf dem Girokonto größere Beträge (teilweise sogar schon ab 5.000 €!) befinden. Diese Strafzinsen lassen sich vermeiden, wenn Summen, die den jeweiligen Freibetrag übersteigen, einfach auf ein Tagesgeldkonto übertragen und bei Bedarf wieder zurückgeholt werden. Wer bislang noch kein eigenes Tagesgeldkonto besitzt, sollte sich vor der Eröffnung allerdings ein wenig mit den Grundlagen dieses Finanzproduktes vertraut machen. Im Internet finden sich dazu reichlich fundierte Artikel. So erklärt beispielsweise dieser Beitrag , ob sich ein Tagesgeldkonto auch in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase lohnt, welche Dinge bei der Eröffnung gegebenenfalls zu beachten sind und wie sicher das Geld bei derartigen Anlageformen ist.

So greift das Finanzamt zu: Die steuerlichen Aspekte beim Tagesgeldkonto

Wie alle anderen Kapitalerträge sind auch Zinsen aus Guthaben auf Tagesgeldkonten steuerlich zu berücksichtigen. In Deutschland wird hierfür die sogenannte Abgeltungssteuer fällig, die 25 % des erwirtschafteten Gewinns beträgt. Hinzu kommen gegebenenfalls der Solidaritätszuschlag sowie die Kirchensteuer. Ein Betrag von 100 € Zinsen im Jahr kann somit schnell auf einen Betrag von nur wenig über 70 € abschmelzen. Da es allerdings die Möglichkeit der Nutzung des Sparer-Pauschbetrages gibt, lassen sich solche Abzüge oft ganz oder teilweise vermeiden. In der Gesamtsumme können alle erwirtschafteten Kapitalerträge bis zur folgenden Höhe von der Abgeltungssteuer freigestellt werden:

  • Ledige: 801 € im Jahr.
  • Verheiratete: 1.602 € im Jahr.

Um in den Genuss des Sparer-Pauschbetrages zu kommen, müssen Kontoinhaber aber selbst aktiv werden und ihrer Bank einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilen. Das kann auch noch nachträglich bei bereits abgeführten Steuern passieren, solange das laufende Kalenderjahr noch nicht zu Ende ist.

Wichtiger Hinweis: Die Höchstsumme des Sparer-Pauschbetrages gilt für sämtliche vorhandenen Konten und muss gegebenenfalls auf mehrere Banken verteilt werden!

Fazit: Tagesgeldkonten sind auch heute sinnvoll und Steuern lassen sich meist vermeiden

Auch in Zeiten mit nur geringen Zinsen sind Tagesgeldkonten eine gute Möglichkeit, im Moment nicht benötigtes Kapital wirtschaftlich klug zu parken. Verwahrentgelte für zu hohe Guthaben auf dem Girokonto lassen sich auf diese Weise vermeiden und mit einem erteilten Freistellungsauftrag werden bei den meisten Privatsparern auch keine Steuern fällig.