Revi­si­ons­zu­las­sung – und die Prü­fung wei­te­rer Rechts­fra­gen

Auch wenn der Spruch­kör­per, der die Revi­si­on zuge­las­sen hat, nur in Bezug auf eine bestimm­te Rechts­fra­ge einen durch­grei­fen­den Revi­si­ons­zu­las­sungs­grund gese­hen hat, kann der Revi­si­ons­klä­ger in sei­ner Revi­si­ons­be­grün­dung ‑im Rah­men des von ihm bereits vor dem Finanz­ge­richt gestell­ten Antrags- bei einem unteil­ba­ren Streit­ge­gen­stand wei­te­re Rechts­fra­gen zur Prü­fung des Revi­si­ons­ge­richts stel­len.

Revi­si­ons­zu­las­sung – und die Prü­fung wei­te­rer Rechts­fra­gen

Die­se (wei­te­ren) Rechts­fra­gen sind mit­hin Gegen­stand des Revi­si­ons­ver­fah­rens, wenn es sich um einen ein­heit­li­chen Streit­ge­gen­stand (hier: Ein­kom­men­steu­er 2015) han­delt, zu dem meh­re­re Rechts­fra­gen strei­tig sind.

So auch in dem hier ent­schie­de­nen Streit­fall: Zwar hat der Bun­des­fi­nanz­hof in sei­nem Zulas­sungs­be­schluss ‑wie er im Tenor des dor­ti­gen Beschlus­ses aus­drück­lich aus­ge­führt hat- nur in Bezug auf die Norm des § 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG einen durch­grei­fen­den Zulas­sungs­grund gese­hen. Dies ändert aber nichts dar­an, dass ein Revi­si­ons­klä­ger in sei­ner Revi­si­ons­be­grün­dung ‑im Rah­men des von ihm bereits vor dem Finanz­ge­richt gestell­ten Antrags, der hier nicht über­schrit­ten ist- auch wei­te­re Rechts­fra­gen strei­tig stel­len kann [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 6. Novem­ber 2019 – X R 39/​17

  1. vgl. zum Gan­zen auch BFH, Urteil vom 25.01.2006 – I R 58/​04, BFHE 213, 291, BStBl II 2006, 707, unter II. 1.[]