Weicht das aus dem Poststempel ersichtliche Datum von dem Absendevermerk der Behörde ab, gebührt regelmäßig dem Poststempel der Vorrang.
Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung ist regelmäßig vorrangig der Poststempel heranzuziehen, wenn das daraus ersichtliche Datum von dem Absendevermerk der Behörde abweicht[1].
Dies gilt allerdings nicht bei privaten Postdienstleistern, wenn festgestellt wird, dass diese den Stempelaufdruck derart vordatieren, dass er im Regelfall den Tag des Eingangs der Postsendung beim Empfänger aufweist[2].
Ein Absendevermerk dokumentiert die Aufgabe zur Post grundsätzlich nur dann, wenn er von der Poststelle des Finanzamtes stammt[3]. Ob dies der Fall ist, darf nicht offen bleiben. Daher hat das Finanzgericht näheren Feststellungen zur Ausgestaltung des Absendevorgangs im Finanzamt zu treffen.
Bundesfinanzhof, Beschluss vom 26. September 2024 – X B 28/24
- BFH, Urteile vom 18.07.1986 – III R 216/81, BFH/NV 1987, 12, unter 1.b aa; vom 09.10.1962 – I 313/61 U, BFHE 76, 70, BStBl III 1963, 25; und vom 29.10.1974 – I R 37/73, BFHE 114, 5, BStBl II 1975, 155; vgl. auch Finanzgericht Hamburg, Urteil vom 05.02.2015 – 3 K 201/14, Betriebs-Berater 2015, 1044, unter B.I.[↩]
- BFH, Beschluss vom 07.12.2010 – X B 212/09, BFH/NV 2011, 564, Rz 10[↩]
- BFH, Entscheidungen vom 09.12.2009 – II R 52/07, BFH/NV 2010, 824, Rz 27; und vom 26.02.2021 – X B 108/20, BFH/NV 2021, 929, Rz 9, 11[↩]







