Kein Werbungskostenabzug für die dreiteilige Anzugskombination

Anschaffungskosten für eine dreiteilige Anzugkombination (Business-Dreiteiler) sind weder vollumfänglich noch anteilig als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit anzuerkennen[1].

Es handelt sich hierbei nicht um typische Berufskleidung im Sinne von § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 EStG, sondern um bürgerliche Kleidung. Aufwendungen für bürgerliche Kleidung als unverzichtbare Aufwendungen der Lebensführung (§ 12 Nr. 1 Satz 2 EStG) sind grundsätzlich nicht als Werbungskosten abziehbar und nicht aufteilbar[2].

Die Qualifizierung eines Kleidungsstücks als typische Berufskleidung scheidet immer dann aus, wenn (wie hier) die Benutzung -objektiv- als normale bürgerliche Kleidung im Rahmen des Möglichen und Üblichen liegt[3]. Aufwendungen für bürgerliche Kleidung führen selbst dann nicht zum Betriebsausgabenabzug, wenn diese Kleidung ausschließlich bei der Berufsausübung benutzt wird[4] oder das konkrete Kleidungsstück ohne die beruflichen Gründe überhaupt nicht angeschafft worden wäre[5].

Bundesfinanzhof, Urteil vom 18. Juni 2024 – VIII R 32/20

  1. BFH, Urteil vom 16.03.2022 – VIII R 33/18, BFHE 276, 120, BStBl II 2022, 614, Rz 11 ff.[]
  2. vgl. BFH, Urteil vom 16.03.2022 – VIII R 33/18, BFHE 276, 120, BStBl II 2022, 614, Rz 11[]
  3. vgl. BFH, Urteil vom 16.03.2022 – VIII R 33/18, BFHE 276, 120, BStBl II 2022, 614, Rz 16[]
  4. vgl. BFH, Urteil vom 16.03.2022 – VIII R 33/18, BFHE 276, 120, BStBl II 2022, 614, Rz 18[]
  5. vgl. BFH, Urteil vom 16.03.2022 – VIII R 33/18, BFHE 276, 120, BStBl II 2022, 614, Rz 20[]