Kein Vorsteuerabzug ohne Verwendungsentscheidung

Das Recht auf Vorsteuerabzug entsteht, soweit der Leistungsempfänger die durch objektive Anhaltspunkte belegte Absicht hat, besteuerte Verwendungsumsätze auszuführen [1]

Kein Vorsteuerabzug ohne Verwendungsentscheidung

Kommt es aufgrund von Umständen, die vom Willen des Leistungsempfängers unabhängig sind, nicht zu den beabsichtigten Umsätzen, bleibt der Vorsteuerabzug sogar endgültig bestehen [2] .

Allerdings kann der Steuerpflichtige die Verwendungsentscheidung nicht „offen halten“. Wegen der zeitgleichen Entstehung von Steueranspruch und Vorsteuerabzugsanspruch muss sich der Unternehmer sofort entscheiden, für welche Ausgangsumsätze er die empfangenen Eingangsleistungen verwenden will [3]

Ohne die Sofortentscheidung des Unternehmers über die beabsichtigten Verwendungsumsätze kann der Vorsteuerabzugsanspruch dem Grunde und der Höhe nach nicht beurteilt werden [4] . Eine Verwendungsabsicht in Gestalt einer aufschiebend bedingten Verwendungsabsicht ist nicht maßgeblich.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 28. Oktober 2020 – XI B 26/20

  1. vgl. z.B. EuGH, Urteil Sveda vom 22.10.2015 – C-126/14, EU:C:2015:712, Rz 20; BFH, Urteil vom 11.07.2012 – XI R 17/09, BFH/NV 2013, 266, Rz 66[ ]
  2. vgl. z.B. EuGH, Urteile INZO vom 29.02.1996 – C-110/94, EU:C:1996:67, Rz 20; Ghent Coal Terminal vom 15.01.1998 – C-37/95, EU:C:1998:1, Rz 19 und 20; Imofloresmira – Investimentos Imobiliários vom 28.02.2018 – C-672/16, EU:C:2018:134, Rz 40[ ]
  3. vgl. z.B. BFH, Urteile vom 08.03.2001 – V R 24/98, BFHE 194, 522, BStBl II 2003, 430, unter II. 1.b; vom 28.11.2002 – V R 51/01, BFH/NV 2003, 515, unter II. 1.; vom 13.01.2011 – V R 12/08, BFHE 232, 261, BStBl II 2012, 61, Rz 53[ ]
  4. vgl. BFH, Urteil in BFH/NV 2003, 515, unter II. 1.[ ]