Herrenabende”

Aufwen­dun­gen für “Her­ren­abende” sind gemis­cht ver­an­lasst. Sie kön­nen daher wegen ein­er pri­vat­en Mitver­an­las­sung nur hälftig als Betrieb­saus­gaben abge­zo­gen wer­den.

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In dem hier vom Finanzgericht Düs­sel­dorf entsch­iede­nen Stre­it­fall hat­te eine Part­ner­schaft von Recht­san­wäl­ten geklagt. Sie machte Aufwen­dun­gen für sog. Her­ren­abende als Betrieb­saus­gaben gel­tend. Zu diesen Ver­anstal­tun­gen, die im Garten eines der Part­ner der Klägerin stat­tfan­den, lud die Klägerin auss­chließlich Män­ner ein. Der Teil­nehmerkreis bestand aus Man­dan­ten, Geschäfts­fre­un­den und Per­sön­lichkeit­en aus Ver­wal­tung, Poli­tik, öffentlichem Leben und Vere­inen. Die Gäste wur­den begrüßt, bewirtet und unter­hal­ten. Die Klägerin machte gel­tend, dass die Aufwen­dun­gen der Pflege und Vor­bere­itung von Man­dat­en gedi­ent hät­ten und daher voll abzugs­fähig seien.

Im ersten Rechts­gang hat das Finanzgericht Düs­sel­dorf die Klage abgewiesen1. Der steuer­lichen Berück­sich­ti­gung der Aufwen­dun­gen ste­he das Abzugsver­bot für Aufwen­dun­gen für Jagd oder Fis­cherei, für Segel- oder Moto­ry­acht­en und ähn­liche Zwecke ent­ge­gen. Auf die Revi­sion der Klägerin wurde diese Entschei­dung vom Bun­des­fi­nanzhof aufge­hoben und der Fall zur weit­eren Sachaufk­lärung an das Finanzgericht Düs­sel­dorf zurück­ver­wiesen2: Das vom Finanzgericht angenommene Abzugsver­bot komme nur zur Anwen­dung, wenn den Gästen ein beson­deres qual­i­ta­tives Ambi­ente oder ein beson­deres Unter­hal­tung­spro­gramm geboten werde.

In sein­er neuen Entschei­dung ließ das Finanzgericht Düs­sel­dorf nun die Aufwen­dun­gen hälftig zum Abzug zu. Zwar komme das Abzugsver­bot nach der weit­eren Aufk­lärung des Sachver­halts nicht zur Anwen­dung, weil den Gästen wed­er ein beson­deres qual­i­ta­tives Ambi­ente noch ein beson­deres Unter­hal­tung­spro­gramm geboten wor­den sei. Die Aufwen­dun­gen für die Her­ren­abende seien aber gemis­cht ver­an­lasst, weil sowohl Gäste aus dem pri­vat­en wie auch aus dem beru­flichen Umfeld der Part­ner der Klägerin teilgenom­men hät­ten.

Finanzgericht Düs­sel­dorf, Urteil vom 31. Juli 2018 — 10 K 3355/16 F — U

  1. FG Düs­sel­dorf, Urteil vom 19.11.2013 — 10 K 2346/11 F []
  2. BFH, Urteil vom 13.07.2016 — VIII R 26/14 []