Geldwerter Vorteil aus steuerlicher Sicht

Nicht immer sorgt eine Bruttogehaltserhöhung für mehr Netto im Portemonnaie. Der Grund liegt im erhöhten Steuersatz, durch welchen ein hoher Betrag den Abgaben an den Staat zum Opfer fällt. Eine geeignete Alternative, um Arbeitnehmern eine finanzielle Anerkennung ihrer Leistungen zukommen zu lassen, ist der geldwerte Vorteil. Worum geht es dabei genau und wie ist der geldwerte Vorteile steuerlich zu behandeln? Lexware stellt in einem Beitrag zum geldwerten Vorteil zahlreiche dieser Regelungen vor.

Geldwerter Vorteil aus steuerlicher Sicht

Geldwerter Vorteil – was steckt dahinter?

Die Summe, welche ein Arbeitnehmer aufwenden würde, um eine alternativ erhaltene Leistung selbst zu erwerben, entspricht dem geldwerten Vorteil. Bei der Leistung kann es sich auch um eine Sachleistung handeln. Im Vordergrund steht der finanzielle Nutzen, welchen der Arbeitnehmer aus der Überlassung zieht. Beim geldwerten Vorteil handelt es sich aus steuerlicher Sicht um Einkommen, auf welches Steuer- und Sozialversicherungsabgaben zu entrichten sind. Dem Arbeitnehmer werden in diesem Zusammenhang verschiedene Freigrenzen zugesprochen.

Diese (Sach-)Leistungen können als geldwerter Vorteil durch den Arbeitgeber spendiert werden

Dem Arbeitgeber steht eine umfangreiche Palette an Leistungen bzw. Sachleistungen zur Verfügung. Idealerweise sollte die Leistung für den betroffenen Arbeitnehmer sinnvoll sein, sodass dieser einen Nutzen daraus ziehen kann.

Folgende Leistungen können beispielhaft geboten werden:

  • Firmenwagen
  • Tankgutschein
  • Mobiltelefon
  • Mahlzeiten
  • Gesundheitskurs
  • Personalrabatt

Pauschale Versteuerung des geldwerten Vorteils durch den Arbeitgeber

Entsprechend dem § 37 b EStG ( Einkommensteuergesetz ) kann bei einer Sachzuwendung die darauf entfallende Einkommensteuer pauschaliert werden. Die Höhe dieser Pauschalierung beläuft sich auf 30 % Lohnsteuer, worauf zusätzlich Solidaritätszuschlag sowie Kirchensteuer entfallen. Voraussetzung hierfür ist, dass pro Wirtschaftsjahr eine Summe von 10.000 Euro an Sachzuwendungen für einen einzigen Arbeitnehmer nicht überschritten wird. Bei der Gehaltsalternative soll es sich um eine Sachzuwendung, die mehr als 10.000 Euro kostet, handeln? Auch in diesem Fall ist eine Pauschalierung bei Überschreitung dieses Betrags unzulässig.

Komplette Steuerfreiheit und Freigrenzen

Einige Sachzuwendungen können vollständig steuerfrei überlassen werden. Hierbei handelt es sich beispielsweise um die vom Arbeitgeber übernommenen Kosten für ein Jobticket, einen Umzug oder eine Fortbildung.

Darüber hinaus kann der Arbeitgeber pro Mitarbeiter die monatliche 44-Euro-Freigrenze nutzen. Sachzuwendungen wie ein Gutschein für die Spritfüllung oder ein Einkaufsgutschein fallen unter diese Regelung. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist jedoch der Verzicht auf eine Barauszahlung. Zu besonderen Anlässen wie Hochzeit, Geburt oder auch dem Dienstjubiläum können 60 Euro monatlich für den betroffenen Arbeitnehmer beansprucht werden. Weitere Freigrenzen existieren im Hinblick auf die betriebliche Gesundheitsförderung mit 600 Euro, jährliche Personalrabatte bis 1.080 Euro und ein zinsgünstiges oder zinsloses Darlehen bei einem Darlehensbetrag unter 2.600 Euro.

Versteuerung des geldwerten Vorteils beim Dienstwagen

Erhält der Arbeitnehmer einen Dienstwagen, hat er die Möglichkeit, ein Fahrtenbuch zu führen oder alternativ die Ein-Prozent-Regelung mit der pauschalen Versteuerung des geldwerten Vorteils auf Basis des Bruttolistenneupreises zu beanspruchen. Empfehlenswert ist es, im Vorfeld zu errechnen, welche Methode steuerlich günstiger ist.

Fazit

Die Versteuerung ist in vielen Fällen abhängig von der jeweiligen Zuwendung des Arbeitgebers. So gelten auch für die Altersvorsorge des Arbeitnehmers, Direktversicherungen, eine Dienstwohnung und Fahrtkostenzuschüsse spezielle steuerliche Regelungen.