Erle­di­gung des Finanz­rechts­streit durch einen Ände­rungs­be­scheid – und die Kos­ten

Erle­digt sich die Haupt­sa­che durch Ände­rung des ange­foch­te­nen Ver­wal­tungs­akts in vol­lem Umfang des Kla­ge­be­geh­rens, so sind die Kos­ten grund­sätz­lich der Finanz­be­hör­de auf­zu­er­le­gen, wenn sie ‑wie hier- den Bescheid ändert, weil sie an ihrer Rechts­auf­fas­sung nicht mehr fest­hält (§ 138 Abs. 2 Satz 1 FGO; BFH, Beschlüs­se in BFH/​NV 2004, 1290; vom 07.11.2007 – III R 7/​07, BFH/​NV 2008, 403, m.w.N.).

Erle­di­gung des Finanz­rechts­streit durch einen Ände­rungs­be­scheid – und die Kos­ten

Ist der Rechts­streit infol­ge der über­ein­stim­men­den Erklä­run­gen der Betei­lig­ten in der Haupt­sa­che erle­digt, ist das ange­foch­te­ne Urteil ein­schließ­lich der dar­in ent­hal­te­nen Kos­ten­ent­schei­dung des­halb gegen­stands­los gewor­den [1]. Das Gericht hat nur noch über die Kos­ten des Rechts­streits zu ent­schei­den (§ 138 Abs. 1 FGO).

Die Erle­di­gung der Haupt­sa­che kann auch dann erklärt wer­den, wenn nach Erge­hen eines Gerichts­be­scheids Antrag auf münd­li­che Ver­hand­lung gestellt wor­den ist [2].

Die­se aus grund­sätz­li­chen Erwä­gun­gen begrün­de­te Kos­ten­ent­schei­dung ergibt sich ins­be­son­de­re auch dann, wenn der Bun­des­fi­nanz­hof das der Kla­ge statt­ge­ben­de Urteil des Finanz­ge­richt durch sei­nen gegen­stands­los gewor­de­nen Gerichts­be­scheid bestä­tigt hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 8. Okto­ber 2019 – V R 15/​18

  1. BFH, Beschluss vom 19.11.2008 – VI R 80/​06, BFHE 223, 410, BStBl II 2009, 547[]
  2. BFH, Beschluss vom 13.05.2004 – IX R 8/​02, BFH/​NV 2004, 1290; BFH, Urteil vom 30.03.2006 – V R 12/​04, BFHE 212, 411, BStBl II 2006, 542[]