Eigen­leis­tun­gen des Arbeit­neh­mers für die pri­va­te Dienst­wa­gen­nut­zung – und der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug

Eigen­leis­tun­gen des Arbeit­neh­mers für die außer­dienst­li­che Nut­zung eines ihm über­las­se­nen betrieb­li­chen Kfz des Arbeit­ge­bers füh­ren nicht zu Wer­bungs­kos­ten [1].

Eigen­leis­tun­gen des Arbeit­neh­mers für die pri­va­te Dienst­wa­gen­nut­zung – und der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug

Dies gilt man­gels tat­säch­li­cher Auf­wen­dun­gen auch, wenn der Arbeit­neh­mer wegen eines sog. Mit­ar­bei­ter­an­teils an den vom Arbeit­ge­ber gezahl­ten Kfz-Kos­ten unter Ände­rung des Anstel­lungs­ver­trags auf einen Teil sei­nes Brut­to­lohns ver­zich­tet.

Zahlt der Arbeit­neh­mer an den Arbeit­ge­ber für die außer­dienst­li­che Nut­zung, d.h. für die Nut­zung zu pri­va­ten Fahr­ten und zu Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te (seit 2014 ers­te Tätig­keits­stät­te), eines betrieb­li­chen Kfz ein Nut­zungs­ent­gelt, min­dert dies den Wert des geld­wer­ten Vor­teils aus der Nut­zungs­über­las­sung [2]. Nichts ande­res gilt, wenn der Arbeit­neh­mer im Rah­men der pri­va­ten Nut­zung ein­zel­ne (indi­vi­du­el­le) Kos­ten des betrieb­li­chen PKW trägt [3].

Über­stei­gen die Eigen­leis­tun­gen des Arbeit­neh­mers den pri­va­ten Nut­zungs­vor­teil, führt der über­stei­gen­de Betrag weder zu nega­ti­vem Arbeits­lohn noch zu Wer­bungs­kos­ten [4]. Dies gilt sowohl bei Anwen­dung der Fahr­ten­buch­me­tho­de [5] als auch bei der 1 %-Rege­lung nach § 8 Abs. 2 Satz 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG [3].

In dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Streit­fall lag der Sach­ver­halt jedoch etwas anders. Hier leis­te­te der Arbeit­neh­mer für die pri­va­te Nut­zung sei­nes Dienst­wa­gens kei­ne „tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen“. Viel­mehr wur­de der Brut­to­lohn des Arbeit­neh­mers wegen eines sog. „Mit­ar­bei­ter­an­teils“ an den vom Arbeit­ge­ber gezahl­ten Dienst­wa­gen­kos­ten um bestimm­te Beträ­ge her­ab­ge­setzt.

Zwar kann ein Zufluss von Arbeits­lohn auch dar­in lie­gen, dass der geschul­de­te Bar­lohn nicht an den Arbeit­neh­mer aus­be­zahlt, son­dern auf sei­ne Wei­sung ander­wei­tig ver­wen­det wird, z.B. zur Erfül­lung einer Ver­bind­lich­keit des Arbeit­neh­mers aus Kauf, Mie­te, Lea­sing, Dar­le­hen usw. [6]. Eine der­ar­ti­ge Lohn­ver­wen­dung stellt ledig­lich eine Abkür­zung des Zah­lungs­wegs dar und lässt den Cha­rak­ter der Zah­lung als Bar­lohn­zu­wen­dung unbe­rührt. Eine sol­che Bestim­mung kann auch vor­lie­gen, wenn Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer Rechts­ge­schäf­te wie zwi­schen frem­den Drit­ten abschlie­ßen, zu deren Erfül­lung Bar­lohn ver­wen­det wird. Hier­von zu unter­schei­den ist aber der Fall, dass der Arbeit­neh­mer unter Ände­rung des Anstel­lungs­ver­trags auf einen Teil sei­nes Bar­lohns ver­zich­tet und ihm der Arbeit­ge­ber statt­des­sen Sach­lohn (z.B. in Form eines Nut­zungs­vor­teils) gewährt [7].

So ver­hielt es sich auch im hier ent­schie­de­nen Streit­fall. Denn der Arbeit­neh­mer hat­te mit sei­nem Arbeit­ge­ber ver­ein­bart, dass sein monat­li­ches Brut­to­ge­halt um bestimm­te Beträ­ge her­ab­ge­setzt wur­de, durch die sich der Arbeit­neh­mer in Form eines sog. „Mit­ar­bei­ter­an­teils“ an den vom Arbeit­ge­ber gezahl­ten Kos­ten des dem Arbeit­neh­mer auch zur Pri­vat­nut­zung über­las­se­nen Dienst­wa­gens betei­lig­te. Es ist offen­sicht­lich und bedarf kei­ner Klä­rung in einem künf­ti­gen Revi­si­ons­ver­fah­ren, dass auch in einem sol­chen Fall kein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug in Höhe des Bar­lohn­ver­zichts in Betracht kommt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 18. Febru­ar 2020 – VI B 20/​19

  1. Bestä­ti­gung des BFH, Urteils vom 30.11.2016 – VI R 2/​15, BFHE 256, 116, BStBl II 2017, 1014[]
  2. BFH, Urteil vom 30.11.2016 – VI R 2/​15, BFHE 256, 116, BStBl II 2017, 1014, m.w.N.[]
  3. BFH, Urteil in BFHE 256, 116, BStBl II 2017, 1014[][]
  4. BFH, Urteil vom 30.11.2016 – VI R 49/​14, BFHE 256, 107, BStBl II 2017, 1011[]
  5. BFH, Urteil in BFHE 256, 107, BStBl II 2017, 1011[]
  6. stän­di­ge Recht­spre­chung, z.B. BFH, Urteil vom 22.02.2018 – VI R 17/​16, BFHE 260, 532, BStBl II 2019, 496, Rz 32, m.w.N.[]
  7. BFH, Beschluss vom 20.08.1997 – VI B 83/​97, BFHE 183, 568, BStBl II 1997, 667[]