Für Einzelunternehmer ist der Umgang mit Steuern oft eine besondere Herausforderung. Sie müssen auf der einen Seite ihre Finanzen stets im Blick haben und natürlich die Steuererklärungen und alle Belege fristgerecht einreichen. Gleichzeitig ist der berufliche Alltag voll mit den verschiedensten Aufgaben. In vielen Fällen sorgt die große Herausforderung dafür, dass potenzielle Steuervorteile übersehen und nicht genutzt werden. Das geht mit einer unnötigen finanziellen Belastung des Unternehmers einher. In diesem Artikel werden Aspekte vorgestellt, die Einzelunternehmer unbedingt berücksichtigen sollten, um nicht mehr Steuern zu bezahlen, als sie müssen.

Unbedingt professionelle Steuerberatung nutzen
Leider verzichten immer wieder Einzelunternehmer auf den Steuerberater. Die Gründe dafür sind vielfältig. So glauben beispielsweise manche Unternehmer, dass sie dadurch Geld sparen würden. Andere empfinden es als Belastung, den Steuerberater aufzusuchen, möglicherweise auch deshalb, weil sie beruflich sehr viel unterwegs sind. Dabei ist es heutzutage dank digitaler Steuerberatung gar nicht mehr nötig, persönliche Termine vor Ort wahrzunehmen, die teilweise mit langen Anfahrtszeiten verbunden sind. Auch das finanzielle Argument ist hinfällig, da die durch eine gute Steuerberatung möglichen Einsparungen in der Regel deutlich höher als die entstehenden Kosten sind.
Teure Fehler lassen sich durch Steuerberatung vermeiden
Bestimmte Fehler können bei der Steuererklärung teuer werden. Unbeabsichtigte Versäumnisse führen schnell zu hohen Nachzahlungen. Der Steuerberater prüft im Vorfeld alle erforderlichen Unterlagen, so dass diese fristgerecht eingereicht werden können.
Betriebsausgaben systematisch erfassen
Nur wenn wirklich alle Betriebsausgaben bei der Steuererklärung berücksichtigt werden, lassen sich diese auch von der Steuer absetzen. Daher ist es unerlässlich, jede Ausgabe genau zu dokumentieren. Dazu zählen unter anderem:
- Miete
- Büromaterial
- Nebenkosten
- berufliche Fortbildungen
- Ausgaben für beruflich genutzte Fahrzeuge
- Kosten für das Arbeitszimmer zuhause
Optimal ist es, alle Belege nicht nur zu sammeln, sondern stets auch sofort digital zu erfassen. So ist es dann beim Erstellen der Steuererklärung ganz leicht, alle Ausgaben systematisch aufzuführen und nachzuweisen.
Zwischen linearer und degressiver Abschreibung gut abwägen
Die Kosten für betriebliche Ausrüstung können steuermindernd geltend gemacht werden. Einzelunternehmer sollten dabei den Unterschied zwischen der linearen und der degressiven Abschreibung kennen und im Vorfeld gut analysieren, welche der beiden Varianten für sie am besten geeignet ist.
Die lineare Abschreibung verteilt die Kosten gleichmäßig über die Nutzungsdauer. Sie bietet dadurch Planungssicherheit, denn es können jährlich konstante Abschreibungssummen abgesetzt werden. Die degressive Abschreibung dagegen ermöglicht es, im Anschaffungsjahr erheblich Steuern zu sparen. Die Liquidität des Unternehmens verbessert sich dadurch deutlich, was insbesondere bei einer temporär angespannten finanziellen Situation von Vorteil sein kann.
Im Zweifelsfall ist es auch hier sinnvoll, den Steuerberater zu fragen. Er kann möglicherweise Vor- und Nachteile erkennen, die der Unternehmer selbst übersehen hätte.
Freibeträge vollständig ausschöpfen
Das deutsche Steuerrecht bietet verschiedene Freibeträge, die Einzelunternehmer kennen und für sich nutzen sollten. Dazu gehören unter anderem:
- Grundfreibetrag
- Sparer-Pauschbetrag
- Freibetrag für Altersvorsorgeaufwendungen
Des Weiteren können auch Kosten für ein Arbeitszimmer daheim, berufliche Fortbildungen oder einen Umzug geltend gemacht werden. Wer die Freibeträge kennt und geschickt für sich nutzt, kann seine steuerliche Belastung erheblich reduzieren. Werden bestimmte Ausgaben nicht getätigt, für die ein Freibetrag existiert, ist es in manchen Fällen sogar sinnvoll, zu überlegen, ob die entsprechende Ausgabe nicht doch angebracht wäre.







