Die Kosten einer Reiki-Behandlung

Aufwen­dun­gen für (Fern-)Reiki sind nicht als außergewöhn­liche Belas­tun­gen anzuerken­nen.

Die Kosten einer Reiki-Behandlung

Insoweit han­delt es sich um eine wis­senschaftlich nicht anerkan­nte Behand­lungsmeth­ode i.S. von § 64 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. f ESt­DV i.d.F. des StVere­in­fG 2011.

Wis­senschaftlich anerkan­nt ist eine Behand­lungsmeth­ode, wenn Qual­ität und Wirk­samkeit dem all­ge­mein anerkan­nten Stand der medi­zinis­chen Erken­nt­nisse entsprechen1. Dies wird angenom­men, wenn die große Mehrheit der ein­schlägi­gen Fach­leute (Ärzte, Wis­senschaftler) die Behand­lungsmeth­ode befür­wortet und über die Zweck­mäßigkeit der Ther­a­pie Kon­sens beste­ht. Dies set­zt im Regelfall voraus, dass über Qual­ität und Wirk­samkeit der Meth­ode zuver­läs­sige, wis­senschaftlich nach­prüf­bare Aus­sagen gemacht wer­den kön­nen. Die Ther­a­pie muss in ein­er für die sichere Beurteilung aus­re­ichen­den Zahl von Behand­lungs­fällen erfol­gre­ich gewe­sen sein2. Ob eine Behand­lungsmeth­ode als wis­senschaftlich anerkan­nt anzuse­hen ist, hat das Finanzgericht auf­grund der ihm obliegen­den Würdi­gung der Umstände des Einzelfalls festzustellen.

Im Stre­it­fall kon­nte das Säch­siche Finanzgericht3 keinen wis­senschaftlichen Nach­weis über die Wirk­samkeit des (Fern-)Reiki fest­stellen. Hier­an ist der Bun­des­fi­nanzhof gebun­den (§ 118 Abs. 2 FGO), da die Kläger insoweit keine durch­greifend­en Revi­sion­srü­gen erhoben haben. Ein zum Nach­weis der Zwangsläu­figkeit der Aufwen­dun­gen gemäß § 64 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. f ESt­DV i.d.F. des StVere­in­fG 2011 erforder­lich­es amt­särztlich­es Gutacht­en oder eine ärztliche Bescheini­gung eines Medi­zinis­chen Dien­stes der Kranken­ver­sicherung (§ 275 SGB V) haben die Kläger nicht vorgelegt.

Bun­des­fi­nanzhof, Beschluss vom 21. Feb­ru­ar 2018 — VI R 11/16

  1. BFH, Urteil in BFHE 250, 166, BSt­Bl II 2015, 803 []
  2. BFH, Urteil vom 26.06.2014 — VI R 51/13, BFHE 246, 326, BSt­Bl II 2015, 9, m.w.N. []
  3. Sächs. FG, Urteil vom 09.03.2016 — 1 K 991/15 []