Der Tod eines (notwendig) Beigeladenen

Mit dem Tod der (notwendig) Beigeladenen ist das Verfahren nach § 155 Satz 1 FGO i.V.m. § 239 Abs. 1 ZPO zunächst unterbrochen. 

Der Tod eines (notwendig) Beigeladenen

§ 239 Abs. 1 ZPO greift nicht nur beim Tod („Wegfall“) eines Hauptbeteiligten ein, sondern auch dann, wenn ein notwendig Beigeladener entfällt[1].

Für die Erben der Beigeladenen ist im hier entschiedenen Fall zwar ein Testamentsvollstrecker bestellt. Aufnahmebefugt bleiben aber die Erben. Denn der angefochtene Gewinnfeststellungsbescheid begründet (Steuer-)Ansprüche, die sich gegen den Nachlass richten[2]. Im Besteuerungsverfahren steht die Abwehr solcher Ansprüche nicht dem Testamentsvollstrecker, sondern den Erben zu[3], Rz 5)).

Auf dieser Grundlage haben im vorliegenden Fall die Erben der Beigeladenen, vertreten durch ihre Ergänzungspflegerin (vgl. § 1909 Abs. 1 Satz 2 BGB), mit Schriftsatz ihres Prozessbevollmächtigten das gerichtliche Verfahren wirksam nach § 155 Satz 1 FGO i.V.m. § 239, § 250 ZPO aufgenommen. Die Unterbrechung endete mit der Zustellung dieses Aufnahmeschriftsatzes[4].

Bundesfinanzhof, Urteil vom 17. Dezember 2020 – IV R 14/20

  1. BFH, Urteil vom 20.11.2014 – IV R 1/11, BFHE 248, 28, BStBl II 2017, 34, Rz 11[]
  2. BFH, Urteil vom 15.02.1978 – I R 36/77, BFHE 125, 112, BStBl II 1978, 491, unter 2.b[]
  3. BFH, Urteil in BFHE 125, 112, BStBl II 1978, 491, unter 2.; BFH, Beschluss vom 27.01.2020 – VIII B 34/19 ((VIII B 33/17[]
  4. vgl. MünchKomm-ZPO/Stackmann, § 250, Rz 12[]