Der Steu­er­streit des Insol­venz­ver­wal­ters – und die Bei­la­dung des Insol­venz­schuld­ners

Eine not­wen­di­ge Bei­la­dung des Insol­venz­schuld­ners gemäß §§ 123 Abs. 1 Satz 2, 60 Abs. 3 Satz 1 FGO kommt nicht in Betracht, wenn strei­tig ist, ob eine Steu­er­ver­bind­lich­keit eine Mas­se­ver­bind­lich­keit dar­stellt.

Der Steu­er­streit des Insol­venz­ver­wal­ters – und die Bei­la­dung des Insol­venz­schuld­ners

Ist strei­tig, ob eine Steu­er­ver­bind­lich­keit eine Mas­se­ver­bind­lich­keit i.S. des § 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO ist, sind die Inter­es­sen von Insol­venz­ver­wal­ter und ‑schuld­ner nicht ‑wie gemäß § 60 Abs. 3 FGO erfor­der­lich- „nach den Steu­er­ge­set­zen“, son­dern durch die Aus­le­gung des Insol­venz­rechts berührt. Das schließt eine not­wen­di­ge Bei­la­dung des Insol­venz­schuld­ners aus [1].

Der Beschluss des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 17.07.2003 [2] ist zu einem ande­ren Sach­ver­halt ‑zur Kla­ge von Ehe­leu­ten auf Fest­stel­lung der Nich­tig­keit von Ein­kom­men­steu­er­be­schei­den, die sowohl kon­kurs­be­fan­ge­ne Ein­künf­te (der in Kon­kurs gefal­le­nen Ehe­frau) als auch kon­kurs­freie Ein­künf­te betra­fen- ergan­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 10. Juli 2019 – X R 31/​16

  1. vgl. BFH, Urteil vom 08.09.2011 – V R 38/​10, BFHE 235, 488, BStBl II 2012, 270, Rz 23; Beschluss vom 12.05.2009 – VIII B 27/​09, BFH/​NV 2009, 1449, unter II. 1.[]
  2. BFH, Beschluss vom 17.07.2003 – X B 28/​03, BFH/​NV 2003, 1539[]