Der schwerwiegende Rechtsanwendungsfehler in der Nichtzulassungsbeschwerde

Soweit der Kläger dem Finanzgericht einen schw­er­wiegen­den Recht­san­wen­dungs­fehler i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO vor­wirft, kommt eine Zulas­sung der Revi­sion nur bei offen­sichtlichen materiellen oder formellen Fehlern des Finanzgericht im Sinne ein­er objek­tiv willkür­lichen und unter keinem Gesicht­spunkt rechtlich vertret­baren Entschei­dung in Betra­cht1.

Der schwerwiegende Rechtsanwendungsfehler in der Nichtzulassungsbeschwerde

In der Beschw­erde­be­grün­dung muss bei Gel­tend­machung dieses Zulas­sungs­grun­des sub­stan­ti­iert dargelegt wer­den, weshalb die Vorentschei­dung unter keinem denkbaren Aspekt rechtlich vertret­bar ist2: Darzule­gen sind ins­beson­dere der schw­er­wiegende Fehler, seine Offen­sichtlichkeit, seine Entschei­dungser­he­blichkeit sowie seine Kor­rek­tur­möglichkeit im Revi­sionsver­fahren3.

Hier­an fehlt es, wenn milt den Angrif­f­en des Klägers gegen die Würdi­gung der Sach- und Recht­slage durch das Finanzgericht kein zur Zulas­sung der Revi­sion führen­der beson­ders schw­er­er und offen­sichtlich­er Fehler der Vorentschei­dung gel­tend gemacht wird4.

Bun­des­fi­nanzhof, Beschluss vom 26. Sep­tem­ber 2017 — XI B 65/17

  1. vgl. dazu z.B. BFH, Beschlüsse vom 25.03.2010 — X B 176/08, BFH/NV 2010, 1455; vom 09.11.2011 — II B 105/10, BFH/NV 2012, 254; vom 25.07.2012 — X B 144/11, BFH/NV 2012, 1982; vom 10.07.2013 — IX B 25/13, BFH/NV 2013, 1604 []
  2. vgl. dazu BFH, Beschluss vom 19.03.2014 — XI B 144/13, BFH/NV 2014, 1064, Rz 37, m.w.N. []
  3. vgl. z.B. BFH, Beschlüsse vom 08.10.2014 — I B 96/13, BFH/NV 2015, 237, Rz 10; vom 20.05.2016 — III B 62/15, BFH/NV 2016, 1293, Rz 8; Lange in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 116 FGO Rz 200, 202 []
  4. vgl. BFH, Beschluss vom 14.04.2016 — XI B 97/15, BFH/NV 2016, 1304, Rz 25, m.w.N. []