Ehegatten, die gemeinschaftlich eine Hundezucht betreiben, bilden eine GbR[1], die Unternehmerin im Sinne des § 2 Abs. 1 UStG ist.

Der Existenz einer GbR steht es auch nicht entgegen, wenn Eheleute keinen schriftlichen Vertrag geschlossen haben; denn ein Vertrag über die Gründung einer GbR kann auch stillschweigend durch konkludentes Handeln geschlossen werden[2]. Für die Annahme eines konkludenten Handelns ist es unschädlich, wenn sie Wirtschaftsgüter nicht zur gesamten Hand, sondern zu Bruchteilen und als Alleineigentum erworben haben; denn eine gemeinschaftliche Zweckverfolgung verlangt nicht unbedingt, dass die dafür eingesetzten Vermögensgegenstände zur gesamten Hand gehalten werden[3]; es genügt zum Beispiel auch die schuldrechtliche Widmung einer von allen oder einzelnen Gesellschaftern gehaltenen Sache für den Gesellschaftszweck[4].
Damit weicht die vorliegende Entscheidung auch nicht von dem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 22.11.2018[5] ab, denn im dortigen Fall hat der Bundesfinanzhof nicht angenommen, dass eine GbR bestehe.
Bundesfinanzhof, Beschluss vom 25. Oktober 2023 – XI B 25/23
- vgl. zur Existenz einer GbR bei gemeinsamem Betrieb eines „Tierzuchthofs“ durch Ehegatten: BGH, Urteil vom 03.02.2016 – XII ZR 29/13, MDR 2016, 655, Rz 22 ff.[↩]
- vgl. BGH, Urteil vom 09.10.1974 – IV ZR 164/73, NJW 1974, 2278[↩]
- vgl. auch BGH, Urteil vom 10.01.1985 – III ZR 93/83, NJW 1985, 1841, Rz 18, bei nichtehelicher Lebensgemeinschaft[↩]
- vgl. BFH, Urteil vom 29.08.2001 – VIII R 34/00, BFH/NV 2002, 185, unter I. 2. der Gründe[↩]
- BFH, Urteil vom 22.11.2018 – V R 65/17, BFHE 263, 90[↩]







