Der nicht gehör­te Zeu­ge

Das Finanz­ge­richt kann auch dadurch gegen sei­ne Pflicht zur Sach­auf­klä­rung ver­sto­ßen, dass es die ihm ange­bo­te­nen Zeu­gen nicht hört.

Der nicht gehör­te Zeu­ge

Die Rüge eines sol­chen Sach­auf­klä­rungs­man­gels muss zumin­dest

  • die ermitt­lungs­be­dürf­ti­gen Tat­sa­chen (Beweis­the­men),
  • die ange­bo­te­nen Beweis­mit­tel,
  • die genau­en Fund­stel­len (Schrift­satz oder Ter­min­pro­to­koll), in denen die Beweis­mit­tel benannt wor­den sind, die das Finanz­ge­richt nicht erho­ben hat, und
  • das vor­aus­sicht­li­che Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me

bezeich­nen.

Fer­ner muss sie ange­ben, inwie­weit das Urteil des Finanz­ge­richt auf­grund des­sen sach­lich-recht­li­cher Auf­fas­sung auf der unter­blie­be­nen Beweis­auf­nah­me beru­hen kann [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Febru­ar 2020 – X R 9/​19

  1. vgl. dazu grund­le­gend BFH, Urteil vom 31.07.1990 – I R 173/​83, BFHE 162, 236, BStBl II 1991, 66, unter II.A.1.; fer­ner BFH, Beschluss vom 08.06.2011 – X B 214/​10, BFH/​NV 2011, 2073, unter II. 2.a, m.w.N.[]