Wie wirkt sich der Ver­kauf einer Lebens­ver­si­che­rung für den Ver­käu­fer steu­er­lich aus?

Eine lau­fen­de Lebens­ver­si­che­rung kann grund­sätz­lich jeder Ver­trags­in­ha­ber auch ver­äu­ßern. Dabei bezie­hen sich die Ver­kaufs­mög­lich­kei­ten auf die kapi­tal­bil­den­de Lebens­ver­si­che­rung. Wer die Lebens­ver­si­che­rung ver­äu­ßert, tritt gleich­zei­tig mit dem Ver­kauf der Poli­ce auch die Ansprü­che, die aus der Ver­si­che­rung resul­tie­ren, an den Käu­fer der Poli­ce ab. Das bedeu­tet, dass der Ver­käu­fer einer Lebens­ver­si­che­rung mit dem Ver­trags­ab­schluss auf sämt­li­che Rech­te hin­sicht­lich der Zah­lun­gen zum Ablauf des Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ver­zich­tet. Aller­dings bezahlt man bis zum Ende der Lauf­zeit des Ver­tra­ges in der Regel die Bei­trä­ge in die Lebens­ver­si­che­rung ein.

Wie wirkt sich der Ver­kauf einer Lebens­ver­si­che­rung für den Ver­käu­fer steu­er­lich aus?

Wie wirkt sich der Verkauf einer Lebensversicherung für den Verkäufer steuerlich aus?

Vor­tei­le des Ver­kaufs

Der Vor­teil für einen Ver­si­che­rungs­neh­mer liegt dar­in, dass der Ver­trag im Hin­blick auf den Hin­ter­blie­be­nen­schutz im gewis­sem Maße erhal­ten bleibt, wenn der Käu­fer den Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trag wei­ter­führt. Stirbt die ver­si­cher­te Per­son des Ver­tra­ges, bekom­men die Hin­ter­blie­be­nen die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Ver­si­che­rungs­sum­me, die auf den Todes­fall anfällt. Dabei zieht der Käu­fer übli­cher­wei­se von die­sem Aus­zah­lungs­be­trag den Kauf­preis, den er für die Poli­ce ent­rich­tet hat, zunächst ab. Dazu wer­den vom Käu­fer wei­ter­hin die Bei­trä­ge, die er in die Ver­si­che­rung geleis­tet hat, mit sechs bis sie­ben Pro­zent von der Todes­fall­sum­me abge­zo­gen. Dazu kann auch eine Bear­bei­tungs­ge­bühr auf die Todes­fall­sum­me erho­ben wer­den. Das bedeu­tet, dass die Todes­fall­sum­me, die auf die Lebens­ver­si­che­rung ent­fällt, sich im Lau­fe der Jah­re immer wei­ter redu­ziert. Durch­schnitt­lich liegt der Betrag, den Käu­fer von Poli­cen erhal­ten, bei 20.000 Euro, wenn die ver­si­cher­te Per­son inner­halb der Ver­trags­lauf­zeit ver­stirbt.

Der Käu­fer einer Poli­ce hat das Recht, die Lebens­ver­si­che­rung nach dem Kauf nicht mehr zu bedie­nen und anstel­le selbst zu ver­kau­fen. Das ist übli­cher­wei­se bei fonds­ge­bun­de­nen Lebens­ver­si­che­run­gen der Fall, da die Käu­fer übli­cher­wei­se an den ent­hal­te­nen Fonds, nicht aber an dem Ver­si­che­rungs­schutz aus dem Ver­trag inter­es­siert sind. Das heißt, dass in die­sem Fal­le der Hin­ter­blie­be­nen­schutz ent­fällt und kei­ne Garan­tie für Bezugs­be­rech­tig­te ent­steht. Dabei gilt, dass sich sämt­li­che Käu­fer von Lebens­ver­si­che­run­gen das Recht auf Kün­di­gung oder Wei­ter­ver­kauf offen­hal­ten. Übli­cher­wei­se wer­den kapi­tal­bil­den­de Lebens­ver­si­che­run­gen fort­ge­führt.

Was müs­sen Ver­käu­fer einer Lebens­ver­si­che­rung in steu­er­li­cher Hin­sicht beach­ten?

Ein wich­ti­ger Fak­tor beim Ver­kauf einer Lebens­ver­si­che­rung in steu­er­li­cher Hin­sicht ist der, zu wel­chem Zeit­punkt der Ver­trag abge­schlos­sen wur­de. Erfolg­te der Ver­trags­ab­schluss nach dem 31.12.2004 und der Ver­trag soll nun ver­äu­ßert wer­den, kann gege­be­nen­falls eine Abgel­tungs­steu­er für den Ver­käu­fer anfal­len. Glei­ches kann auch gel­ten, wenn der Ver­kauf der Lebens­ver­si­che­rung inner­halb eines Zeit­raums von 12 Jah­ren nach Ver­trags­ab­schluss erfol­gen soll. Dabei gilt, dass die Abgel­tungs­steu­er ledig­lich dann anfällt, wenn der Kauf­preis, den der Ver­käu­fer erzielt, bis zum Zeit­punkt des Ver­kaufs die Sum­me der bis dahin ein­ge­zahl­ten Bei­trä­ge in die Ver­si­che­rung über­steigt. Das bedeu­tet, dass in sol­chen Fäl­len unter Umstän­den die dann zu ent­rich­ten­de Abgel­tungs­steu­er auf den Ver­kauf des Ver­tra­ges gerin­ger aus­fal­len kann als die Kapi­tal­ertrags­steu­er, die im Fal­le der Kün­di­gung des Ver­tra­ges anfällt. Auf der Sei­te Lebensversicherung-verkaufen.net fin­det sich eine Info­gra­fik dazu, wie sich Kün­di­gun­gen oder Aus­zah­lun­gen steu­er­lich aus­wir­ken, wobei auch die Sozi­al­ab­ga­ben berück­sich­tigt wer­den.

Wie hoch wird die Abgel­tungs­steu­er ange­setzt?

Fällt die­se Steu­er an, ist die Dif­fe­renz zwi­schen dem Kauf­preis und die Sum­me der bereits ent­rich­te­ten Bei­trä­ge in die Ver­si­che­rung als Abgel­tungs­steu­er fäl­lig. Dabei ist es übli­cher­wei­se der Fall, dass die Sum­me der ein­ge­zahl­ten Bei­trä­ge in die Ver­si­che­rung den Kauf­preis über­steigt, wodurch dann auch kei­ne Steu­er fäl­lig wird.

Sowohl bei fonds­ge­bun­de­nen Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trä­gen wie auch bei der kapi­tal­bil­den­den Vari­an­te der Lebens­ver­si­che­rung soll­ten Ver­käu­fer vor einem defi­ni­ti­ven Ver­kauf zunächst tes­ten, ob auf den Erlös, den sie aus dem Ver­kauf erzie­len, eine Steu­er anfällt. Im Regel­fall ist dies bei vor dem Jahr 2005 abge­schlos­se­nen Ver­trä­gen nicht der Fall. Besteht der Ver­trag zudem seit mehr als zwölf Jah­ren und wur­den vom Ver­si­che­rungs­neh­mer min­des­tens fünf Jah­re Bei­trä­ge in den Ver­trag ein­be­zahlt, dann ist der Ver­kauf im Regel­fall für den Ver­käu­fer steu­er­frei.

Ver­trags­ab­schlüs­se vor dem 31. März 1996

Poli­cen, die nach dem 31. März 1996 zum Abschluss kamen, haben zudem noch die Son­der­re­ge­lung, dass inner­halb des Ver­tra­ges ein Todes­fall­schutz ver­ein­bart sein muss, der min­des­tens 60 Pro­zent der Bei­trags­sum­me beträgt. Ver­käu­fer soll­ten dar­auf ach­ten, dass der Käu­fer vom ver­ein­bar­ten Kauf­preis kei­ne steu­er­li­chen Abzü­ge vor­nimmt.

Ver­trags­ab­schluss ab 2005

Eine Lebens­ver­si­che­rung, die 2005 oder zu einem spä­te­ren Zeit­punkt abge­schlos­sen wur­de, wird im Fal­le des Ver­kaufs mit einer Abgel­tungs­steu­er belegt, die 25 Pro­zent aus­macht. Dar­auf wird zudem noch ein Soli­da­ri­täts­zu­schlag erho­ben. Die Steu­er fällt im Ver­kaufs­fall auf den Dif­fe­renz­be­trag zwi­schen dem ver­ein­bar­ten Kauf­preis der Ver­si­che­rungs­sum­me und der Sum­me der in die Ver­si­che­rung ein­ge­zahl­ten Bei­trä­ge an. Kei­nes­falls muss der Ver­käu­fer den Erlös aus dem Ver­kauf ver­steu­ern, wenn die ein­be­zahl­te Bei­trags­sum­me höher aus­fällt als der Kauf­preis, der hier­für erzielt wur­de.

Im Zwei­fels­fal­le lohnt es immer, vor dem Ver­kauf einer Lebens­ver­si­che­rung einen Steu­er­be­ra­ter hin­zu­zu­zie­hen.