Wei­ter­ver­kauf unver­steu­er­ter Ziga­ret­ten

Wirkt der Täter auf den Ver­käu­fer der bereits im Inland befind­li­chen unver­steu­er­ten Ziga­ret­ten ein, um sich die­se dann selbst zu ver­schaf­fen, fehlt es – anders als beim Ver­brin­gen der unver­steu­er­ten Ziga­ret­ten vom ande­ren EUMit­glieds­staat ins Inland – an der ent­spre­chen­den Haupt­tat einer Steu­er­hin­ter­zie­hung durch den Ver­käu­fer [1].

Wei­ter­ver­kauf unver­steu­er­ter Ziga­ret­ten

Hier­in liegt daher neben der spä­te­ren Steu­er­heh­le­rei kei­ne Anstif­tung zur Steu­er­heh­le­rei.

Bezüg­lich einer Teil­nah­me an der Steu­er­heh­le­rei des Ver­käu­fers ist das Bestim­men durch den Ange­klag­ten als (wei­te­ren) Zwi­schen­heh­ler – unge­ach­tet der Fra­ge, ob die Absatz­hand­lun­gen des Vor­tä­ters bereits tat­be­stands­los gestellt [2] oder als mit­be­straf­te Nach­tat zu wer­ten sind [3] – allein auf das Erlan­gen eige­ner Ver­fü­gungs­macht aus­ge­rich­tet; die Anstif­tung ver­letzt mit­hin kein zusätz­li­ches Rechts­gut.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Juli 2019 – – 1 StR 634/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 24.04.2019 – 1 StR 81/​18 Rn. 14 ff.[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 09.07.1969 – 2 StR 260/​69, BGHSt 23, 36, 38; Hüb­ner, NJW 1975, 2110[]
  3. BGH, Urteil vom 03.06.1975 – 1 StR 228/​75, NJW 1975, 2109, 2110; Jäger in Joecks/​Jäger/​Randt, Steu­er­straf­recht, 8. Aufl., § 374 Rn. 82 mwN[]