Übernommen Leistungen und Lasten in der Grunderwerbsteuer

Von der Grund­stück­ser­wer­berin über­nommene, auf­grund der Grund­stück­steilung anfal­l­ende Kosten, ins­beson­dere die Ver­mes­sungskosten, sind in die Bemes­sungs­grund­lage der Grun­der­werb­s­teuer einzubeziehen.

Übernommen Leistungen und Lasten in der Grunderwerbsteuer

Es han­delt sich dabei um eine son­stige Leis­tung i.S. des § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG. Nach § 448 Abs. 1 des Bürg­er­lichen Geset­zbuchs trägt der Verkäufer die Kosten der Über­gabe der Sache. Zu diesen Kosten gehören auch die Ver­mes­sungskosten1.

Übern­immt der Käufer die Kosten der Über­gabe der Sache, so übern­immt er Leis­tun­gen, die geset­zlich dem Verkäufer obliegen, und erbringt somit eine zusät­zliche Gegen­leis­tung2.

Eine son­stige Leis­tung i.S. des § 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG ist auch die von den Erwer­bern unent­geltlich erteilte Zus­tim­mung zur Belas­tung des von ihnen erwor­be­nen Grund­stücks mit dem Wegerecht.

Bun­des­fi­nanzhof, Urteil vom 30. August 2017 — II R 48/15

  1. Palandt/Weidenkaff, Bürg­er­lich­es Geset­zbuch, 76. Aufl., § 448 Rz 7 []
  2. BFH, Urteile vom 21.11.1974 — II R 61/71, BFHE 114, 507, BSt­Bl II 1975, 362; und vom 23.08.1995 — II R 93/92, BFH/NV 1996, 354 []