Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die gene­ral­prä­ven­ti­ve Straf­zu­mes­sung

Die im Rah­men der Zumes­sung die­ser Stra­fe straf­er­schwe­rend berück­sich­tig­te Erwä­gung der Straf­kam­mer, gera­de bei Taten der Steu­er­hin­ter­zie­hung mit Steu­er­schä­den in einem außer­or­dent­lich hohen Bereich müs­se deut­lich gemacht wer­den, dass Steu­er­de­lik­te kei­ne „Kava­liers­de­lik­te“ sei­en und es sei des­halb, um Nach­ah­mungs­ef­fek­te zu ver­hin­dern, uner­läss­lich, der All­ge­mein­heit zu ver­deut­li­chen, dass die Pflicht, Steu­ern zu zah­len, zur Erfül­lung staat­li­cher Auf­ga­ben und damit zum Woh­le aller uner­läss­lich sei, lässt besor­gen, dass sich die Straf­kam­mer bei der Bemes­sung der Höhe der ver­häng­ten Stra­fe auch von gene­ral­prä­ven­ti­ven Erwä­gun­gen hat lei­ten las­sen.

Steu­er­hin­ter­zie­hung – und die gene­ral­prä­ven­ti­ve Straf­zu­mes­sung

Der Schutz der All­ge­mein­heit durch Abschre­ckung nicht nur des Ange­klag­ten, son­dern auch ande­rer mög­li­cher künf­ti­ger Rechts­bre­cher recht­fer­tigt eine schwe­re­re Stra­fe als sie sonst ange­mes­sen wäre nur dann, wenn eine gemein­schafts­ge­fähr­li­che Zunah­me sol­cher oder ähn­li­cher Straf­ta­ten, wie sie zur Abur­tei­lung ste­hen, fest­ge­stellt wor­den ist [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. März 2018 – 1 StR 663/​17

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 08.05.2007 – 4 StR 173/​07, NStZ 2007, 702; und vom 10.08.2005 – 2 StR 219/​05, Stra­Fo 2005, 515[]