Pri­va­te Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­te – und die Nut­zung zu eige­nen Wohnzwecken

Eine den Steu­er­tat­be­stand aus­schlie­ßen­de „Nut­zung zu eige­nen Wohn­zwe­cken“ nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG setzt vor­aus, dass eine Immo­bi­lie zum Bewoh­nen geeig­net ist; und vom Steu­er­pflich­ti­gen auch bewohnt wird.

Pri­va­te Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­te – und die Nut­zung zu eige­nen Wohnzwecken

Der Steu­er­pflich­ti­ge muss das Gebäu­de zumin­dest auch selbst nut­zen; unschäd­lich ist, wenn er es gemein­sam mit sei­nen Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen oder einem Drit­ten bewohnt.

Eine Nut­zung zu „eige­nen Wohn­zwe­cken“ liegt hin­ge­gen nicht vor, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge die Woh­nung ent­gelt­lich oder unent­gelt­lich an einen Drit­ten über­lässt, ohne sie zugleich selbst zu bewoh­nen [1].

Ein Gebäu­de wird auch dann zu eige­nen Wohn­zwe­cken genutzt, wenn es der Steu­er­pflich­ti­ge nur zeit­wei­lig bewohnt, sofern es ihm in der übri­gen Zeit als Woh­nung zur Ver­fü­gung steht. Erfasst sind daher auch Zweit­woh­nun­gen, nicht zur Ver­mie­tung bestimm­te Feri­en­woh­nun­gen und Woh­nun­gen, die im Rah­men einer dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung genutzt wer­den [2].

Dabei sind die Vor­aus­set­zun­gen für jedes ein­zel­ne Wirt­schafts­gut geson­dert zu prü­fen [3].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Sep­tem­ber 2019 – IX R 8/​18

  1. vgl. u.a. grund­le­gend BFH, Urteil vom 27.06.2017 – IX R 37/​16, BFHE 258, 490, BStBl II 2017, 1192, Rz 12 mit umfang­rei­chen Nach­wei­sen zur Recht­spre­chung des BFH; Schmid­t/­We­ber-Grel­let, a.a.O., § 23 Rz 18[]
  2. vgl. BFH, Urteil in BFHE 258, 490, BStBl II 2017, 1192, Rz 13[]
  3. vgl. Schmid­t/­We­ber-Grel­let, a.a.O., § 23 Rz 15[]