Lohnsteuerpauschalierung in der Landwirtschaft

Bei Aushil­f­skräften in Land­wirtschaft und Forstwirtschaft ist für die Lohn­s­teuer­pauschalierung zu unter­schei­den, ob es sich bei der Aushil­f­stätigkeit um ganzjährig anfal­l­ende Arbeit­en han­delt oder nicht, denn bei ganzjähri­gen Arbeit­en darf die Lohn­s­teuer für die Aushil­f­s­löhne nicht mit dem Pauschs­teuer­satz für land­wirtschaftliche Aushil­f­skräfte von 5% des Arbeit­slohns erhoben wer­den. Diese Frage beschäftigte nun auch den BFH im Bere­ich der Viehhal­tung, in dem bish­er die Finanzver­wal­tung regelmäßig davon aus­ging, dass wegen der ganzjähri­gen Tier­hal­tung eine nicht ganzjährige Tätigkeit nicht möglich sei. Der BFH sah dies jedoch anders:

Lohnsteuerpauschalierung in der Landwirtschaft

Land- und forstwirtschaftliche Arbeit­en fall­en, so jet­zt der Bun­des­fi­nanzhof, nach § 40a Abs. 3 Satz 2 Halb­satz 1 EStG nicht ganzjährig an, wenn sie wegen der Abhängigkeit vom Leben­srhyth­mus der pro­duzierten Pflanzen oder Tiere einen erkennbaren Abschluss in sich tra­gen. Dementsprechend kön­nen darunter auch Arbeit­en fall­en, die im Zusam­men­hang mit der Viehhal­tung ste­hen.

Wenn die Tätigkeit des Aus­mis­tens nicht laufend, son­dern nur im Zusam­men­hang mit dem ein­mal jährlich erfol­gen­den Vieh-Aus­trieb auf die Wei­de möglich ist, han­delt es sich um eine nicht ganzjährig anfal­l­ende Arbeit. Unschädlich ist, dass ähn­liche Tätigkeit­en bei anderen Bewirtschaf­tungs­for­men ganzjährig anfall­en kön­nen.

Die Unschädlichkeits­gren­ze von 25% der Gesamtbeschäf­ti­gungs­dauer in § 40a Abs. 3 Satz 2 Halb­satz 2 EStG bezieht sich auf ganzjährig anfal­l­ende land- und forstwirtschaftliche Arbeit­en. Für andere land- und forstwirtschaftliche Arbeit­en gilt sie nicht.

Bun­des­fi­nanzhof, Urteil vom 25. Okto­ber 2005 — VI R 60/03