Gut­schrift mit Umsatz­steu­er­aus­weis – für die Leis­tung eines Nichtunternehmers

Ist eine Gut­schrift nicht über eine Leis­tung eines Unter­neh­mers aus­ge­stellt, steht sie einer Rech­nung nicht gleich und kann kei­ne Steu­er­schuld nach § 14c Abs. 2 UStG begründen.

Gut­schrift mit Umsatz­steu­er­aus­weis – für die Leis­tung eines Nichtunternehmers

Zwar liegt hier eine Gut­schrift mit Steu­er­aus­weis vor. Damit eine Gut­schrift nach § 14 Abs. 2 Satz 2 UStG einer Rech­nung gleich­steht und eine Steu­er­schuld des Gut­schrifts­emp­fän­gers nach § 14c Abs. 2 UStG begrün­den kann, muss sie über „eine Lie­fe­rung oder sons­ti­ge Leis­tung des Unter­neh­mers aus­ge­stellt werden“.

Dabei ver­weist § 14 Abs. 2 UStG auf den all­ge­mei­nen Unter­neh­mer­be­griff des § 2 UStG. Damit fehl­te es im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Streit­fall an der für eine Gut­schrift erfor­der­li­chen Unter­neh­merstel­lung [1].

Ob für der­ar­ti­ge Fäl­le zum Schutz des Steu­er­auf­kom­mens eine Steu­er­schuld­ner­schaft gerecht­fer­tigt wäre [2], hat der Bun­des­fi­nanz­hof im Hin­blick auf den ein­deu­ti­gen Wort­laut des § 14 Abs. 2 Satz 2 UStG nicht zu ent­schei­den. Soweit die Finanz­ver­wal­tung in Abschn. 14.3 Abs. 1 Satz 2 UStAE die Ertei­lung von Gut­schrif­ten durch juris­ti­sche Per­so­nen, die nicht Unter­neh­mer sind, als mög­lich ansieht, schließt sich der Bun­des­fi­nanz­hof dem nicht an.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 27. Novem­ber 2019 – V R 23/​19 (V R 62/​17)

  1. offen­ge­las­sen im BFH, Urteil vom 16.03.2017 – V R 27/​16, BFHE 257, 462[]
  2. vgl. hier­zu all­ge­mein BFH, Urteil vom 17.02.2011 – V R 39/​09, BFHE 233, 94, BStBl II 2011, 734[]