Die rück­ge­zahl­te, unzu­tref­fen­de Rechnung

Eine Rech­nung ist auch dann „unzu­tref­fend“ i.S. des § 31 Abs. 5 Satz 1 Buchst. b UStDV, wenn sie im Ein­ver­neh­men aller Betei­lig­ten voll­stän­dig rück­ab­ge­wi­ckelt und die gezahl­te Umsatz­steu­er zurück­ge­zahlt wurde.

Die rück­ge­zahl­te, unzu­tref­fen­de Rechnung

Der Bun­des­fi­nanz­hof konn­te es daher im hier ent­schie­de­nen Streit­fall offen­las­sen, ob die ursprüng­li­chen Rech­nun­gen i.S. des § 31 Abs. 5 UStDV objek­tiv unzu­tref­fend sind, denn alle am Ver­trag Betei­lig­ten woll­ten an den ursprüng­lich erteil­ten Rech­nun­gen nicht mehr fest­hal­ten, was intern geblie­be­ne Vor­be­hal­te als unbe­acht­lich erschei­nen lässt. Die ursprüng­li­chen Rech­nun­gen wur­den mit allen Kon­se­quen­zen rück­ab­ge­wi­ckelt und die Klä­ge­rin bekam die gezahl­te Vor­steu­er vom Leis­ten­den erstat­tet. Alle Betei­lig­ten woll­ten die sich aus den Ursprungs­rech­nun­gen erge­ben­den Fol­gen rück­wir­kend beseitigen.

Es konn­te für den Bun­des­fi­nanz­hof wei­ter­hin dahin­ge­stellt blei­ben, in wel­chem Ver­fah­ren die Unter­neh­me­rin einen Anspruch auf Erstat­tung der gezahl­ten Umsatz­steu­er gegen das Finanz­amt gel­tend machen könn­te (sog. Reem­ts­ma-Anspruch) [1]. Jeden­falls setzt ein sol­cher Anspruch vor­aus, dass die Vor­steu­er nicht vom Leis­ten­den erstat­tet wor­den ist. Im Streit­fall ist es aber zur Erstat­tung der Vor­steu­er durch die Leis­ten­den gekom­men, so dass eine Erstat­tung der Umsatz­steu­er durch das Finanz­amt im Fest­set­zungs­ver­fah­ren nicht in Betracht kommt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 22. Janu­ar 2020 – XI R 10/​17

  1. s. EuGH Urtei­le Reem­ts­ma Ciga­ret­ten­fa­bri­ken vom 15.03.2007 – C‑35/​05, EU:C:2007:167, Höchst­rich­ter­li­che Finanz­recht­spre­chung ‑HFR- 2007, 515, Rz 41; Far­kas vom 26.04.2017 – C‑564/​15, EU:C:2017:302, UR 2017, 438; zur Fra­ge der Berück­sich­ti­gung eines sol­chen Erstat­tungs­an­spruchs im Fest­set­zungs­ver­fah­ren s. Klenk, HFR 2017, 555; s.a. BFH, Urteil vom 30.06.2015 – VII R 30/​14, BFHE 250, 34[]