Der schwerwiegende Rechtsanwendungsfehler in der Nichtzulassungsbeschwerde

10. Januar 2018 | Allgemein
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Soweit der Kläger dem Finanzgericht einen schwerwiegenden Rechtsanwendungsfehler i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO vorwirft, kommt eine Zulassung der Revision nur bei offensichtlichen materiellen oder formellen Fehlern des Finanzgericht im Sinne einer objektiv willkürlichen und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbaren Entscheidung in Betracht1.

In der Beschwerdebegründung muss bei Geltendmachung dieses Zulassungsgrundes substantiiert dargelegt werden, weshalb die Vorentscheidung unter keinem denkbaren Aspekt rechtlich vertretbar ist2: Darzulegen sind insbesondere der schwerwiegende Fehler, seine Offensichtlichkeit, seine Entscheidungserheblichkeit sowie seine Korrekturmöglichkeit im Revisionsverfahren3.

Hieran fehlt es, wenn milt den Angriffen des Klägers gegen die Würdigung der Sach- und Rechtslage durch das Finanzgericht kein zur Zulassung der Revision führender besonders schwerer und offensichtlicher Fehler der Vorentscheidung geltend gemacht wird4.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 26. September 2017 – XI B 65/17

  1. vgl. dazu z.B. BFH, Beschlüsse vom 25.03.2010 – X B 176/08, BFH/NV 2010, 1455; vom 09.11.2011 – II B 105/10, BFH/NV 2012, 254; vom 25.07.2012 – X B 144/11, BFH/NV 2012, 1982; vom 10.07.2013 – IX B 25/13, BFH/NV 2013, 1604
  2. vgl. dazu BFH, Beschluss vom 19.03.2014 – XI B 144/13, BFH/NV 2014, 1064, Rz 37, m.w.N.
  3. vgl. z.B. BFH, Beschlüsse vom 08.10.2014 – I B 96/13, BFH/NV 2015, 237, Rz 10; vom 20.05.2016 – III B 62/15, BFH/NV 2016, 1293, Rz 8; Lange in Hübschmann/Hepp/Spitaler, § 116 FGO Rz 200, 202
  4. vgl. BFH, Beschluss vom 14.04.2016 – XI B 97/15, BFH/NV 2016, 1304, Rz 25, m.w.N.

 
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